Projekt des Monats Juli 2026

Dampf- und Heißwasserversorgung für eine Brauerei

Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und Schallschutz in einem Anlagenkonzept

Die Aufgabe

Um die „Richtlinie (EU) 2015/2193 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2015 zur Begrenzung der Emissionen bestimmter Schadstoffe aus mittelgroßen Feuerungsanlagen in die Luft“, gemäß der 44. BImSchV einzuhalten, war es notwendig die Energieversorgung (bestehend aus 2 Dampfkesseln, 1 Turbine und 1 BHKW) einer traditionsreichen deutschen Brauerei, die zu einem internationalen Braukonzern gehört, grundlegend zu modernisieren.

Neben einem neuen Dampfkessel für die Prozessdampfversorgung sollte zusätzlich ein Heißwasserkessel für die Anlagenversorgung installiert werden. Dieser musste sowohl mit Erdgas als auch mit Biogas betrieben werden können, um maximale Flexibilität beim Energieträger Gas zu gewährleisten.

Eine weitere Herausforderung stellte der Standort dar. Nach einer detaillierten Analyse der örtlichen Gegebenheiten entwickelten die Experten von Hagelschuer ein maßgeschneidertes Anlagenkonzept, das alle technischen und behördlichen Anforderungen vereinte.

 

Bilder vom Projekt des Monats Juli 2026

Fazit: Mit dem neuen Anlagenkonzept verfügt die Brauerei heute über eine zukunftssichere Energieversorgung. Durch die gezielte Integration bestehender Anlagenteile konnten Investitionen sinnvoll reduziert, Ressourcen geschont und gleichzeitig modernste Technik integriert werden. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich Versorgungssicherheit, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und anspruchsvolle Umweltauflagen in einem durchdachten Anlagenkonzept miteinander verbinden lassen.

Bauabschnitt 1

Zunächst wurden das bestehende Blockheizkraftwerk demontiert, um Platz für den neuen Heißwasserkessel zu schaffen. Der im Hagelschuer-Werk in Buldern vollständig vormontierte erste Anlagenteil wurde anschließend angeliefert und installiert. 

Dieser umfasste:


Energieeffizienz im Fokus

Die gesamte Anlage wurde nach EN 12953 ausgeführt. Für eine höhere Energieeffizienz sorgt ein integrierter Economiser. Dabei erwärmen die heißen Abgase im Gegenstrom das Speisewasser, bevor dieses dem Dampfkessel zugeführt wird.

Durch diese Wärmerückgewinnung konnte die Abgastemperatur auf rund 125 °C reduziert werden. Das Ergebnis ist eine Energieeinsparung von 5 bis 6 % bezogen auf den feuerungstechnischen Wirkungsgrad.

 
 

Die Lösung:

Das neue Anlagenkonzept kombiniert eine leistungsstarke Prozessdampfversorgung mit einer Heißwasserversorgung.

Der bestehende Dampfkessel wurde durch einen modernen 8 t/h-Dampfkessel ersetzt. Ergänzend installierte Hagelschuer einen 5 MW-Heißwasserkessel, der den flexiblen und simultanen Betrieb mit Erdgas und Biogas ermöglicht. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Schallschutz. Um die Anforderungen des Standortes zuverlässig einzuhalten, erhielt die Anlage zwei neue Schornsteine mit integriertem Schalldämpfer.

Bei der Modernisierung wurde nachhaltig gedacht. Die vorhandene Speisewasserversorgung war technisch weiterhin in einem guten Zustand. Deshalb wurde sie nicht ersetzt, sondern um zwei neue Pumpen ergänzt und in das neue Anlagenkonzept integriert. So konnten die vorhandenen Ressourcen sinnvoll weitergenutzt und Investitionskosten reduziert werden. Die Umsetzung erfolgte in zwei Bauabschnitten.

Die Umsetzung erfolgte in zwei Bauabschnitten.

 

 

 

 

Bauabschnitt 2

Im zweiten Bauabschnitt ein paar Monate später, wurden die Turbine und der alte Dampfkessel zurückgebaut und durch einen neuen 8 t/h Großraumwasserkessel ersetzt. Anschließend erfolgte der Rohrleitungsbau und die Einbindung in die bestehende Infrastruktur.

 

Fazit

Mit dem neuen Anlagenkonzept verfügt die Brauerei heute über eine zukunftssichere Energieversorgung. Durch die gezielte Integration bestehender Anlagenteile konnten Investitionen sinnvoll reduziert, Ressourcen geschont und gleichzeitig modernste Technik integriert werden.

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich Versorgungssicherheit, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und anspruchsvolle Umweltauflagen in einem durchdachten Anlagenkonzept miteinander verbinden lassen.

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